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Dienstag, 17. Mai 2016

Changes are coming


Kaum ist mein Blog online, gibt es auch schon wieder Veränderungen.....seufz.
Aber MEGA-GUTE!!!! YAY!!!

Ich ziehe mit meinem Blog um!

Der Grund liegt in einem neuen Design, das für mich gestaltet wird, neue Funktionen, neue Spielereien, die hier einfach so nicht möglich sind.

Ich freue mich riesig darauf und kann euch sagen:
Das Warten lohnt sich :-)

Leider ist es eben so, dass ich für die nächsten Wochen auf neue Posts verzichten muss.
Wir müssen ein wenig herumtüfteln und dies verhindert, dass ich hier aktiv werden kann.

Aber dann hau ich so richtig rein :-)

Die neue Adresse werde ich dann hier und überall sonst, wo ich zu finden bin, bekannt geben :-)

In diesem Sinne:

Body under construction........


Donnerstag, 12. Mai 2016

Time for eating!


Hast Du Dich schon mal gefragt, welch ein "Eß-Typ" Du bist?

Gehörst Du zu denen, die jedes Salatblatt zählen und panisch auf der Suche nach versteckten Kalorien ist?


Bist Du die, die genau weiß, wieviele Kalorien sie zu sich nehmen darf und schätzt dies grob ein?

Oder isst Du einfach dann, wenn Du Hunger hast?
Oder isst Du nach Makros und weißt am Ende des Tages, dass Du alles richtig gemacht hast?

Ich glaube nicht, dass es hier ein Falsch oder Richtig gibt, solange Du Dich so ernährst, dass Dein Körper alles bekommt, was er braucht.
Hier aber fängt das Problem an, denn wir haben verlernt, auf den Körper zu achten und seine Bedürfnisse wahrzunehmen.

Ich lehne mich vielleicht sehr weit aus dem Fenster, aber für mich ist dies bereits eine Form der Eßstörung: Man kennt den eigenen Bedarf nicht mehr - man hat das Gefühl für sich verloren.
Und das ist in dieser Zeit leider nicht ungewöhnlich, denn wir leben in einer Welt, in der man am liebsten alles vorgesetzt bekommt. Fertig angerichtet.
Aufgrund dessen sind wir gar nicht mehr dazu gezwungen, uns eigenständige Gedanken zu machen - geschweige denn auf ein Gefühl zu vertrauen, das so trügerisch ist......denkt man.
Dann lieber das nehmen, was einem diktiert wird.
Wird schon passen.
Und ich schließe mich da nicht aus, biete ich doch auch Makropläne an. Und in meinen Challenges gab es immer fertige Ernährungspläne.

Ist das gut?

Es könnte ein Sprungbrett sein, damit man wieder ein Gefühl für eine angemessene Menge entwickelt.
Dennoch habe ich immer auch dazu aufgefordert, eigene Ideen einzubringen und die Nahrungsmittel miteinander zu vergleichen.
Klar ist das mit einem gewissen Aufwand verbunden. Aber ich möchte eigenständig denkende und handelnde Ladys um mich haben, kein blindes "Gefolge".
Trotzdem tun sich einige sehr schwer damit, einen eigenen Weg zu finden.
Das Körpergefühl scheint so tief vergraben, dass daraus eine große Unsicherheit resultiert.
Und Unsicherheit ist ein schlechter Berater, wie Du weißt.

In solchen Fällen ist ein Makro-Plan sicher eine gute Wahl, denn hier hast Du eine Orienterung, eine Basis, und musst dennoch selbst am Plan arbeiten und Dich mit den Nahrungsmitteln auseinandersetzen.
So soll das sein!

Ich selbst pendel oft (wenn ich kein Event habe, auf das ich mich vorbereiten muss) zwischen meinen Makros und dem intuitiven Essen.
Ich finde es ganz wchtig, wenn man soweit ist, seinem eigenen Gefühl zu vertrauen und alle Apps mal geschlossen zu lassen.

Dadurch, dass ich mich über lange Zeit mit Nahrungsmitteln auseinandergesetzt habe, weiß ich in etwa, was drin steckt. Und es gibt ja auch die schönen Kennzeichnungen, die Dir sagen, was Du Dir da zwischen die Backen schiebst.
Dadurch bewahrst Du Dir einen kleinen Überblick, wenn Du magst.

Wenn ich intuitiv esse, dann achte ich schon darauf, dass mein Proteinbedarf gut gedeckt ist. Die genaue Menge weiß ich dann zwar nicht, aber es wird in etwa schon passen.

Wie mach ich das mit Kohlis und Fetten?
Intuitiv!
Wenn ich auf etwas Hunger habe, dann esse ich es.
Und ich weiß sehr genau, wann ich satt bin.
Ich brauche kein "Überfressen", weil ich mr grundsätzlich alles erlaube, worauf ich grad Lust habe. Auch Schokolade. Und Kekse.
Mein Körper ist niemals so ausgehungert, dass ich dann das Gefühl habe, alles essen zu müssen, was mir grad unter die Nase kommt.
Es gibt keine Entbehrungen in meinem Ernährungsplan.
Ich habe auch keinen Cheat-day, an dem ich "ungesunde" Nahrungsmittel zu mir nehme.
Ungesund ist für mich alles, was maßlos zu sich genommen wird.
Gibt es bei mir nicht.
Und das braucht tatsächlich kein Mensch, wenn er sich darum bemüht, "ordentlich" und abwechslungsreich zu essen.

Diese Fressattacken entstehen doch nur durch Entbehrungen, durch Verbote.
Falsche Ansätze und Glaubenssätze finde ich immer wieder:

Du darfst keinen Zucker zu Dir nehmen.
Nudeln sind schlecht.
Brot macht dick.
Schokolade macht Cellulites.
Sport vor dem Frühstück mach dünn und Kohlis nach 18 Uhr machen dick.
Und so weiter.....

Wie ätzend, ein so beschränktes Leben zu führen!
Dass man selbst - und der Körper - irgendwann Frust schiebt: KEIN WUNDER!
Und dann kommen die Gelüste.
Und Du kannst ihnen nur über einen gewissen Zeitraum UNBESCHADET  widerstehen - egal, wie diszipliniert Du auch bist.
Ein so verboterfüllter Alltag ist auf Dauer ungesund.
Für Körper und Seele.

Deshalb solltest Du genau beleuchten, was Du da mit Dir machst.

Eine schöne fitte Figur zu haben ist toll.
Aber sollte dieses Ziel Dein gesamtes Leben so ungesund bestimmen?
Ich finde nicht.
Wenn man nur darauf seinen Fokus richtet, verpasst man so viele wunderschöne Augenblicke im Leben, die vielleicht nie wiederkommen.

Versteh mich nicht falsch:
Ich bin ein Fitness-Coach und liebe meinen Beruf UND mein Training.
Aber als Coach verstehe ich mich auch als Mensch, der Dir die schönen und leichten Seiten des Fitness-Lebens zeigt.
Schweiß fließt genug bei mir:-)
Doch neben der harten Arbeit, die mit viel von mir geforderter Disziplin einher geht, lehre ich auch die "Leichtigkeit des Seins", das Schöne am Essen, die Vielseitigkeit der Esskultur.
Und die verschiedenen Annäherungen an ein gesundes Eßverhalten.
Ist wichtig, finde ich

Vielleicht probierst Du so ein intuitives Essen auch mal aus.

Bei mir ist das so:
Morgens muss ich einfach immer meine Haferflocken mit Blaubeeren und Proteinpulver haben - weil ich das liebe!!!!
Und dann lasse ich meinen Gelüsten ihren Lauf :-)
Nach 2 Stunden hab ich immer schon wieder Hunger. Aber worauf? Mal was Süßes? Dann beiße ich in ein Stück Schokolade.....oder ich nehme einen Schokoriegel.
Ich sterbe für Kekse - darf auch gern sein:-)
Mittags.
Je nachdem, wieviel Zeit ich habe und worauf ich Appetit habe.
Wenn es draußen sehr warm ist, liebe ich einen schönen Salat mit Thunfisch. Dazu nehme ich gern Brötchen oder Brot. Simpel und lecker.
Pfannkuchen von Mama sind immer ein Genuss! Und Mama macht sie OHNE Proteinpulver - ja und? Hab ich Hunger drauf und meine Ma war wieder fleißig - wie doof müsste ich denn sein, mir das entgehen zu lassen?
Ich zähle dabei weder Kalorien noch Makros!
Und so geht das den ganzen Tag.
Wenn es heiß ist, esse ich gern auch mal ein Eis.
Und es darf auch mal ein Nudelauflauf in einer Käsesauce sein.
Also alles oben Beschriebene nicht an einem Tag:-) Aber über die Woche verteilt kann das schon passieren. Klar achte ich auf reichlich Gemüse dabei. Und auf so doofe Sachen wie Cola etc. verzichte ich ganz. Ich möchte mich nicht nur auf "ungesunde" Sachen stürzen - aber nur gesund geht auch nicht ganz.
Und genau die Mischung ist für mich perfekt.
So verbiete ich mir nichts.
So bekomme ich keinen überschäumenden Mega-Hunger.
So gönne ich mir viel Schönes.
Und bin trotzdem fit.
Das geht.

Aber dafür solltest Du bereits ein gutes Körpergefühl besitzen und wissen, was Dir gut tut.

Beispiel:

Wenn Du sehr übergewichtig bist und Dich zuvor von Pommes, Pizza und Fertiggerichten ernährt hast, wird es Dir sicher schwer fallen, plötzlich auf die Bedürfnisse Deines Körpers zu hören.
Denn Dein Körper wird weiterhin Pommes, Pizza und Fertiggerichte fordern.
Weil der Körper ein Gewohnheitstier ist.
Er gewöhnt sich an alles, was Du ihm mehr oder minder regelmäßig auftischt.
Und so wirst Du Deinem Körper erst mal wieder beibringen müssen, wie eine gesunde Kost schmeckt.
Das ist eine enorme Umstellung und kostet einiges an Zeit.
Aber wenn Du den kleinen Hügel erst mal genommen hast, klappt der Rest sehr gut.
Du findest irgendwann eine Balance.
Das ist der erstrebte "Zustand", der Dir viele Freiheiten erlauben kann.

Anderes Beispiel:

Wenn Du wie ein Spatz isst und Dir nichts erlaubst, was die Geschmacksnerven in Partylaune versetzt (Schoki!), musst Du Genuss erlernen.
Heißt nun nicht, dass Du ungesund essen lernen sollst.
Aber Du musst lernen, Abstand von Entbehrungen zu nehmen.
Du musst lernen, dass Genuss nicht gleich FETT heißt.
Du musst lernen, dass Genuss Leben bedeutet - und dazu gehört nun mal auch ein Stück Kuchen. Oder eine Pizza. Whatever.
Dieser Weg ist nicht einfacher, als der im ersten Beispiel genannte - auch wenn viele das meinen.
Genießen ohne Schuldgefühle - das ist für viele ein harter Brocken!
Aber genau das ist der Weg, um auch hier in eine Balance zu finden.

Hört sich alles gar nicht so einfach an, wie zu Beginn erzählt, oder?

Viele "Betroffene" scheuen sich vor diese neue Richtung, da das Vertraute viel mehr Sicherheit bietet......auch wenn es nicht glücklich macht.

Ich kann jeder Lady nur raten, sich in vertrauensvolle Hände zu begeben, wenn der Schritt allein nicht vorstellbar ist.
Diese Hände sollten gut gewählt sein.
Manchmal reicht eine Freundin, manchmal eine Gruppe, manchmal ein Therapeut, manchmal ein Coach.
Wen auch immer Du wählst - streck Deine Fühler danach aus und trau Dich.
Denn Du selbst bist Dir in einer solchen Situation der schlechteste Ratgeber überhaupt.
Ich weiß das.

Sag nicht, Du findest keinen.
Dann hast Du nicht ernsthaft genug danach gesucht.

Es gibt sie überall.....kleine Helfer :-)

Während ich schreibe, habe ich Hunger.
Ich wähle jetzt Skyr (kennst Du den?).
Nicht, weil es eine tolle Proteinquelle ist.
Sondern weil ich ihn liebe, wenn ich meine Flavour Drops hineingebe.
Ich esse nichts, was ich nicht auch genießen kann.
Und mein Körper steht auch auf gesundes Zeug ;-)
Weil er das gelernt hat.

Ich würde mein jetziges Leben nie wieder eintauschen gegen das aus meiner Vergangenheit, das geprägt war von Hunger und Entbehrung.

Ich wünsche Dr von Herzen, dass auch Du irgendwann auf Deine Vergangenheit zurückblickst und darüber froh bist, dass Du Dich gerade genau da befindest, wo Du bist.

Ein gutes Gefühl....... 








Mittwoch, 4. Mai 2016

Hang loose



Ich häng ab.

Ich bin angenervt von dem ganzen Fitness-Kram.

Instagram:
Lauter mega gut gelaunte Ladys strecken mir ihren Biceps oder Hintern hin.
Leute -  gibt´s auch mal was Neues?

Facebook:
Vorher - Nachher - Fotos.
Manche schreiben begeisterte Kommis, andere sehen nur wieder einen Beschiss dahinter.
Jeder will Geld machen.
Mit solchen Fotos bekommst Du fast jede.

Mir wird fad.

Ich hab da keinen Bock drauf.
Ich will nicht in diesen Topf mit rein.
Ich will also auch nicht das Geld, das die Leute verdienen.
Doch....schon.
Aber muss doch auch anders gehen.

Ich bin in einer Grübelphase.

Meine neue HP ist in Arbeit.
Solange da nix steht, kann ich nur Pläne schmieden und mir Gedanken machen, wie ich es machen will.

Anders.

Aber anders gibt es auch schon.

Nur nicht mit mir.

Reicht das?

Bin ich genug?

Ich stöhne innerlich bei diesem Gedankenchaos.

Es ist alles der gleiche Ideenbrei, in dem alle herumrühren.

Vielleicht will ich ja mitrühren......nur anders herum.

Ich bedauer mich grad selbst ganz arg Ich brauch das.

Ich linse nochmal Richtung Instagram......ein neues Programm.....eine neue Challenge......12 Wochen.....24 Monate......das neue ebook..........strong booty.........strong abs............Bikini-Body....

Ich drücke auf den OFF Button.

Ich hör auf mit dem Mist.
Jeder, der sich irgendwie Fitness-Freak nennt, bietet was an - ob mit oder ohne Ausbildung interessiert keinen. Hauptsache du hast einen netten Biceps (und mehr). Dann läuft´s.

Totale Irreführung auf dem Markt.
So viele falsche Infos.
Aber das stört die wenigsten.

Ich mache Schluss mit Fitness.

Ich mache nur noch mein Ding - ohne Coaching oder so. Nur für mich.

Der Fitness-Freak in mir lacht sich kaputt.
Er lacht mich aus:

"Du laberst einen Müll heute! Machst einen auf Prinzickchen! Komm mal wieder klar, Diva! Ehrenhaftes edles kleines Püppichen!".

Ich kann gar nicht ohne. Ich weiß das.
Aber ich will mehr als andere.

Nur - wie soll es gehen?

Kennst Du das, wenn sich im Kopf alles dreht?  Das frustet.
Da hilft nur Training.

Danach bin ich auch nicht um Ideen reicher, aber zumindest für 1 Stunde hatte ich den Kopf frei.

Es gibt Tage, die sind zum Abhängen da.

Heute ist so einer für mich.

Nur weil ich Trainerin bin, muss ich nicht immer beste Laune haben und zum Training fliegen.

Nicht heute.

Also grinse ich auch nicht in die Kamera.

Wird es morgen besser?

Ich bete drum, denn schön ist anders.

Es ist doch schön zu wissen, dass man viel will  - und das anders.
Eine grandiose Basis, um keinen Schritt weiter zu kommen.

Darf ich vorstellen: das ist typisch Anne.
An so verquerten Tagen läuft es SUPER bei mir!

Ich schau nochmal kurz bei Facebook rein.
Da grinst mich eine völlig verschwitzte Manu an.....gerade fertig mit meinem Training und happy über alle Backen.
Und da ist Ela, die mit ihrem Strahlen die Sonne ausknipst. Sie hat ihren Körper etwas gewürgt mit meinem Plan - er hat überlebt, sie auch. Beide fahren jetzt glücklich Motorrad.
Und Anette grinst zufrieden verschwitzt mit ihrem Knackkörper in die Linse.
Und Tanja postet ein Video, das mich lachen lässt.
Und Nina zeigt ihre Mega-Muckis, die sie mit mir erarbeitet hat.
Und die vielen anderen, die auch nach meinen Challenges kräftig posten und irgendwie da sind.....

Ich schaue fast verliebt zu meinen Ladys.
Danke, dass ihr da seid.
Ihr seid so anders.

Ihr seid mein ANDERS.
Ihr seid mein MEHR.

Zufrieden schalte ich alles aus.

Heute war ein Tag zum Abhängen.

Manchmal braucht man das..........um zu realisieren, was man schon hat.
Um wertschätzen zu können, was bereits ist.

Und das ist in meinem Falle jede Menge.

Danke an euch, Ladys.

You make my day......in so many ways.



Sonntag, 1. Mai 2016

Call me "Vintage"


Mir fällt immer wieder auf, wie old-fashioned ich bin.....oder vintage.....oder retro....oder grunge.
Whatever.

Auszug aus meinem Leben:

Heute scheint endlich die Sonne.
Bedauerlicherweise bekommen das die anderen Mitmenschen auch mit und gehen in Horden durch die Botanik.
Noch schlmmer: heute ist der 1. Mai.
Also werden alte Fahrräder aus dem Keller geholt, ein kleiner Hänger wird hinter das Rad geklemmt und dann geht´s los Richtung Grillplatz.

Grundsätzlich bin ich ein toleranter Mensch.
Aber manchmal kippt mein Schalter.

Ich denke mir also, dass ich mit meinen Hunden irgendwo Richtung Land fahre, damit ich dort meine Ruhe habe.
Ich habe ein Fleckchen ausgesucht, das ich liebe und immer gern besuche.
Hier gibt es Felder und Bauernhöfe. Hier sehe ich regelmäßig Rehe und Schmetterlinge fliegen um unsere Nasen.
Hier atme ich durch.
Hier tanke ich auf.

Meine Hunde können hier frei laufen und durch den Bach pesen, bis jedes Haar nass geworden ist - dann suhlen sie sich im Sand und ich sehe Glück durch ihre Augen.
Und ich grinse, denke nicht an mein armes Auto, das wieder aussehen wird wie Sau, sondern freue mich über die Ausgelassenheit meiner Vierbeiner.

Ich also voller Vorfreude da hin.

5 Minuten geht es gut. Dann kommen die ersten Radrambos.
Glaub mal nicht, dass diese Leute es für nötig halten, etwas Rücksicht auf meine Hunde zu nehmen.
Nope!
Man fährt mittig auf der Straße und ich muss meine Hunde und mich in die letzte Ecke stellen.
Wenn Blicke töten könnten!

Keine 3 Minuten später kündigt sich bereits die nächste Radfamilie an.
Ich höre bereits die laute Musik und denke nur:" Hä? Da kommt doch nur eine junge Familie mit einem Kind.....die werden doch wohl nicht...!".

Doch. Haben sie.
Der coole Dad hat seine Mucke volle Dröhnung dabei, Kind fährt mit Rädchen stramm daneben, Mama hinkt mit 2. Kind etwas hnterher.

Meine Hunde sind leicht angekratzt, weil die Musik dermaßen laut ist, als sie an uns vorbei fahren.

Ich drehe mich um.
Wie soll man denn von Kindern erwarten, dass sie leise sind, dass sie auch mal die Stille genießen können, geschweige denn, dass sie die Natur aktiv erleben, wenn die Eltern so miese Vorbilder sind?
Muss man wirklich SO so cool sein?
Echt jetzt?

Diese Kids sehen keine Rehe.
Sie nehmen auch die blühenden Bäume und Sträucher nicht wahr.
Sie hören nicht das Summen der Bienen oder den empörten Ruf des Rabens.

Das ist die Welt von heute.
Laut.
Egoistisch.
Oberflächlich.
Begrenzt.
3D - aber nur auf dem Bildschirm.

Mich macht das traurig.
Das ist nicht meine Welt.
Ich bin anders. Schon immer gewesen.
Ob das gut ist, weiß ich nicht. Aber ich komme mit mir klar. Und es gibt einige Exemplare um mich, die dies auch tun. Und ähnliche Vorstellungen und Werte haben.

Ich muss nicht immer reden.
Ich kann auch über lange Zeit durch die Welt schlendern ohne ein Wort zu sagen.
Aber das muss man aushalten als mein Begleiter.
Und das haben viele verlernt, weil wir ja immer so furchtbar entertained werden müssen.
Wir brauchen Bespaßung, um nicht in unsere eigenen Tiefen schauen zu müssen.
Immer schön oberflächlich. So macht das Leben mehr Spaß.
Und kann man das nicht von alleine so gut, dann gibt es ja den Freund Alkohol.

Den findet man heute im Hänger hinter dem Rad.
Was wäre der 1. Mai ohne Grill, Gedöns, Getöns und Getränk?
Super, wenn man so alte Feiertage für solche Sauftreffs nutzen kann.
Dass man eine Vorstellung über die Bedeutung eines solchen Tages hat, das erwarte ich schon lange nicht mehr......

Der ersehnte ruhige Lauf war heute nix.
Meine Fellnasen konnte ich nicht für 5 Minuten ableinen.
Da, wo ich sonst immer Stille fand, da war ich heute leicht angepieselt vorzufinden.
Nach einer halben Stunde befanden wir uns alle wieder im Auto, erschöpft und angenervt von diesem Spießrutenlauf.

Ich biege auf die Hauptstraße.
Mitten auf der Straße läuft ein ca. 20 - 25 Jahre alter Kerl mit einer Bierflasche entlang. Rechts von ihm auf dem Bürgersteig der Rest seiner Kumpel. Natürlich mit Bollerwagen.
Als er mich hört, dreht er sich um und geht auf das Rasenstück rechts von der Straße, um mich passieren zu lassen.
In dieser Zeit versucht einer seiner Kumpel ein Kunststück und fliegt in den Graben, der Bürgersteig von Straße trennt.
Ich schüttel den Kopf und fahre langsam dran vorbei.
Im Rückspiegel sehe ich, dass der Straßentyp wieder mitten auf der Straße spazieren geht.
Weil - ist ja cool. Glaubt er.
Und in der Horde müssen Kerle ja immer noch viel cooler sein....

Gedanken......

Ich bin nicht cool. Ich bin vintage.
Und ich bin froh darüber.
Ich brauche so einen Mist nicht, um mich grandios zu fühlen.
Um Anerkennung zu bekommen.
Um akzeptiert zu werden.
Ich habe andere Dinge, die mir wichtig sind und die mir Spaß machen.

Ich bin gern die Rampensau in meinen Kursen gewesen.
Ich mochte auch da gern die Musik auf full power.
Ich liebe auch jetzt noch laute Musik.

Aber genauso gern habe ich die Ruhe, die Stille.
Ich will erfühlen, riechen, hören, sehen, wo ich mich gerade befinde. All das soll nicht an mir vorbei rauschen.

Action und Rest - im Sport zu finden. Ganz wichtige Elemente, die ich meinen Ladys auf´s Auge drücke.
Doch diese Elemente sind nicht nur im Sportalltag wichtig.
Sie sollten in Deinem gesamten Leben ausgewogen vorhanden sein.

Aber dies ist nur meine Meinung.
Und, wie gesagt, ich bin vintage :-)

Doch vielleicht solltest auch Du ein wenig Mut zum old-fashioned style haben.

Mut zum Anderssein.
Ich mag das.
Denn nur so kann man die Welt ein wenig verrücken....

In diesem Sinne......

....sshhhhhhhhh



Mittwoch, 27. April 2016

Slave of numbers




Kleidergröße.
Zahl auf der Waage.
Körperfettanteil.
Kalorien.
Wiederholungszahl einer Übung.
Gewicht auf der Hantelstange.
Sprintgeschwindigkeit.

Zahlen bestimmen viele Ladys.
Wir lassen uns davon bestimmen, wie wir uns fühlen: dick oder dünn. Stark oder schwach. Fit oder fett.

Viele Ladys ketten sich geradezu an ihre persönliche Zahl.
Ist der Zeiger auf der Waage um einige Zentimeter nach rechts verschoben, gibt es eine Panikwelle.
Schließt die Lieblingsjeans nicht mehr fluffig, rennen sie den ganzen Tag mürrisch und hungrig durch die Weltgeschichte.

Ich kann das verstehen - es ging mir lange Zeit ganz genau so.
Und das ist anstrengend.
Nicht nur für Dich, auch für Deine Umwelt.

Es ist eine harte Nuss meinen Kundinnen beizubringen, dass die Zahl auf der Waage geradezu nichtssagend ist.
Natürlich ist es so, dass bei einer stark übergewichtigen Person der Zeiger in eine andere Richtung rutschen muss, wenn sie die Ernährung umstellt und langsam mit dem Sport beginnt. Dann ist eine regelmäßige Kontrolle sicher richtig und auch motivierend.
Doch oftmals habe ich recht schlanke Ladys bei mir, die wenig Muskeln haben und von einem definierten Körper träumen.
Jene Damen muss ich dann in ihrem "Wiegwahn" sehr bremsen, da in diesen Fällen der Zeiger nicht das zeigt, was am Körper passiert.
Ich kann zig Mal erzählen, dass Muskeln nun mal mehr wiegen als Fett, dafür aber "platzsparender" sind, d.h. Du siehst schlank und muskulös aus und hast trotzdem mehr Kilos drauf als vorher.
Trotzdem hält sich die Panik eisern, denn wenn man weniger wiegt, ist das ein absolutes Erfolgserlebnis. Tut sich da nichts auf der Waage oder aber sie zeigt sogar mehr an, dann bekomme ich als Coach oft das große Jammern zu hören.

Diese Abhängigkeit von Zahlen geht dann weiter zur Kleidergröße, die sich ebenfalls verändern kann, wenn Du Muskeln aufbaust.
Ich habe bereits einige meiner Lieblingshosen "gesprengt" und bekomme sie einfach nicht mehr über Oberschenkel oder Hintern. Ich habe mich totgelacht, als ich meine unsinnigen "Und-ich-krieg-dich-da-drüber" - Ziehversuche im Spiegel gesehen habe. Klar hat mein Herz geblutet, weil ich diese Hosen echt geliebt habe. Aber gleichzeitig war ich enorm stolz darauf, endlich aus meinem verdörrten Klapperhähnchenkörper entflohen zu sein. War harte Arbeit - hat sich gelohnt Also Haken hinter, Hosen weg und mega gefreut. Fertig.

Die meisten Ladys können das nicht so leicht nehmen.
Auch hier ist der Vergleich mit anderen ganz groß. Dann kommen noch Medien hinzu (Germanys next Topmodel lässt grüßen) und schon hat man die A....karte gezogen, wenn man innerlich noch nicht so stabil ist.
Aber es ist alles ein Lernprozess.
Ein Weg zu Dir selbst.
Leider fehlt vielen der objektive Blick, wenn sie ihr Spiegelbild ansehen.
Leider gibt es auch immer noch Deppen, die ihre Freundinnen "schlank halten" wollen und ihnen charmante Sprüche an den Schädel hauen, wenn der Po endlich runder wird.
Genau das sind aber die Bubis, die einer Jennifer Lopez sabbernd nachkriechen würden.
Spürt man da Ärger in meinem Ausdruck? YESSSS! Ich könnte diese kleinen Jungs an die Wand stellen!
Ich stärke jeder meiner Ladys den Rücken, damit sie vor so doofen Kommis gefeit sind.

Zurück zu den Zahlen.

Wie kommst Du raus aus diesem Zahlengefängnis?
Ich habe keine Patentlösung für Dich.
In vielen Köpfen steckt folgendes fest:

Kleidergröße 34 = sexy und happy
Kleidergröße 36 und mehr = fett und häßlich.

1000- 1200 Kalorien täglich = diszipliniert und gut.
1500 und mehr Kalorien = fett und gefräßiges Monster. 

Solange Du Dich darüber definierst, wirst Du NIE glücklich.
Du wirst immer an Dir zweifeln, sobald sich Dein Körper verändert.
Du wirst Deine innere Leere immer mit Zahlen ausfüllen, die Dich über einen gewissen kurzen Zeitraum zufrieden machen. Eine trügerische Zufriedenheit.

Ich weiß, es hört sich an wie der größte Eso-Mist, aber der 1. Schritt zu einem gesunden und sexy Körper ist das Akzeptieren des eigenen Körpers (ich spreche hier ganz bewusst nicht von der Liebe zum eigenen Körper, denn davon sind die Chicks weit entfernt).

In meinen Challenges habe ich das so gemacht, dass zu Beginn gewogen wurde. Und dann nicht mehr! Wer sich dennoch wöchentlich auf die Waage gestellt hat, der hat von mir eine Strafaufgabe erhalten (man muss die Damen ja anderweitig beschäftigen). Ich weiß, dass einige dennoch heimlich auf die Waage gehüpft sind. Aber von mir gab es immer ein klares NEIN dazu. Und lustigerweise haben die, die am meisten darüber gejammert haben, dass da nichts passiert, die größten Schritte gemacht. Nur waren die nicht auf der Waage sichtbar, sondern auf den Fotos, die dann gemacht worden sind.
Deshalb rate ich euch an, regelmäßig Selfies zu machen.
Darüber bekommt ihr einen sehr guten Überblick über eure Fortschritte.
Auch das Maßband ist mitunter ein guter Freund.
Oder der Caliper.
Aber die Waage taugt nur bedingt was.

Meine Waage ist so clever, dass sie mir 5 verschiedene Werte ausspuckt, wenn ich mich 5 x nacheinander drauf stelle.
Wenn hier jemand jedes Gramm zählt, der bekommt eine Krise!
Also sage ich meiner Waage, dass sie noch viel bescheuerter ist, als ich dachte und stell sie weg.

Ich habe in den Jahren, in denen ich sehr aktiv Kraftsport betreibe, über 10 Kilo zugenommen.



Wenn Du Fotos von mir siehst, dann wirst Du aber wenig Fett an mir entdecken.
Trotzdem zeigt die Waage mehr an als vorher. Und vorher war ich skinny fat - ich sah nach mehr aus.
Und obgleich ich Dir all das zeigen und belegen kann - es wird Dir nicht helfen, bevor nicht auch Dein innerer Schalter sich umstellt.

Du musst Dich trauen, neue Wege zu gehen.
Und das ist so schwer, da Neues Angst macht.

Aber ganz ehrlich: Hattest Du vor dem 1. Date mit Deinem Traumtypen nicht auch Schiss?
Und trotzdem hast Du Dich aufgemöbelt und bist hin.
Weil Du Hoffnungen hattest. Und Träume. Und Wünsche. Und die waren stärker als diese doofe Angst.
Und exakt so muss es auch sein, wenn Du um Dich kämpfst!
Es ist toll, etwas für einen anderen zu machen.
Aber das ist eigentlich noch viel gefährlicher, denn der andere kann irgendwann abhauen oder Dich verletzen etc.
Du aber hast Dich immer.
Ein ganzes Leben lang.
Wie seltsam, dass viele es sich nicht wert sind, um gut für sich zu sorgen und genau so viel Zuneigung für sich selbst zu empfinden, wie für einen fremden Menschen.....






Vielleicht, aber auch nur vielleicht regt Dich dieser Beitrag etwas an, um darüber nachzudenken.

Das wäre bereits ein großer Schritt.

Einer, den ich Dir wünsche.......




Dienstag, 26. April 2016

The monster in me


Ich möchte gar nicht jammern.


Aber Ladies haben es nicht ganz so einfach.
Speziell diese gewisse Zeit im Monat ist etwas tricky.

Immer.

Aber noch viel mehr, wenn Du auf dem Fitnesspfad wandelst und alles voll im Griff haben willst: Training, Ernährung, Rest - alles voll im Plan.

Und plötzlich (!) ist sie wieder da: die dunkle Zeit :-)

Ich bin sonst immer sehr diszipliniert, wenn es um meine Ernährung geht.
Aber in dieser Zeit renne ich wie ein Schokozombie durch die Botanik.
Ich glaube wirklich, dass sich ein Zombie meinen Körper ausleiht ....alle 4 Wochen tankt er dann auf und verschwindet, als wäre nie was gewesen.

Ich weiß, dass viele von euch ein ähnliches Problem haben.
Manche brauchen Süßes, wie ich. Andere brauchen Salz und deftige Lebensmittel.

Und ich werde oft gefragt, was ich dagegen mache.

Eine klare Antwort: NIX!

Wir können den Körper oft auf verschiedene Art und Weise austricksen. Aber in dieser Phase helfen keine Tricks. Zumindest zeigt mir mein Körper einen dicken Vogel, wenn ich das versuche.
Und ich habe es versucht.
Und das ging so:

Die dunkle Zeit brach heran (könnte aus einem Horrorfilm sein ::-D) und mein innerer Zombie sah hungrig aus meinem Körper.
Ich trabte in die Küche und hielt automatisch vor dem Korb, in dem die Schokolade gebunkert ist.

Jetzt müsst ihr euch vorstellen, dass mein Kopf elendig versucht hat, den Zombie zu zähmen.
Ich starrte die Schokolade an.....Sekunden.......Minuten.....in meinem Kopf sah ich, wie ich die Schokolade genüßlich zwischen die Kauleiste schob und der cremige Geschmack jeden Winkel meiner Seele wohlig umspülte....

Zombie:" ICH HABEN WOLLEN!"
Kopf:" Nö - kein Platz mehr in meinen Makros heute!".
Zombie:" ICH HABEN WOLLEN!"
Kopf:" Leck mich! Heute gibt es keine Schokolade!"
Zombie:" HABEN WOLLEN _ JETZT!".

Zombies sind zwar dämlich, aber kraftvoll.
Das sind tierische Instinkte, die da wirken.

Dennoch habe ich es geschafft, keine Schokolade zu essen. Ich habe brav die Erdnussbutter gelöffelt oder habe etwas Honig genommen.....irgendwas Gesundes.

War super.

Hielt ungefähr 5 Minuten.

Und dann wandelte ich wieder in die Küche, um die fette Schokolade mit all meinen Fasern zu vertilgen.

Zombie freute sich und hielt die Klappe. Und ich kann nun nicht sagen, dass ich mich mies fühlte.

Nachdem ich diesen Film diverse Male durchgespielt hatte, konnte auch ich endlich mal daraus lernen (bin ein Spätzünder):

Der weibliche Körper ist ein Mysterium.
Und er lässt sich nicht verarschen von uns - egal, wie clever wir auch sein wollen.
Er ist toll und erfindet sich innerhalb eines Monates immer wieder neu.
Er plustert sich manchmal auf, speichert Wasser, macht unseren Körper weich und noch weiblicher und beschert uns das ein oder andere Gramm mehr auf der Waage.

Und das ist bei jeder Lady so! Mehr oder minder stark ausgeprägt, aber doch immer vorhanden.
Und das ist ok so und sollte uns nicht verrückt machen.

Fakt ist: Wenn ich in dieser Zeit Lust auf Schokolade habe, dann esse ich auch Schokolade, denn alles andere ist eine Mission Impossible (siehe oben).
Ich komme eh nicht drum herum und esse nur noch viel mehr, bis ich die Schokolade eingezingelt habe und dann doch nach ihr greife.
Dann doch gleich der direkte Griff zum Glück.

Und warum sollte ich auch nicht?
Wenn ich mir über eine kurze Dauer etwas mehr von dem "ungesunden Kram" gönne, wirkt sich das nicht (!) auf meinen Körper aus - zumindest nicht nachteilig.
Im Gegenteil: die Seele ist zufrieden, und somit kommt auch der Körper zur Ruhe.

Natürlich sollte es nicht ausufern.
Ich habe das große Glück, dass mir nach einer gewissen Menge Schokolade schlichtweg schlecht wird. Also halte ich Maß.
Außer nach meinem Shooting: da habe ich eine Tafel Schokolade verputzt PLUS ein Twixx PLUS Nudeln in Käse-Sahne-Sauce! Aber das war die absolute Ausnahme, da ich dermaßen ausgehungert war.......

Aber zurück zum Thema:

Viele meiner Kundinnen machen sich verrückt, wenn sie plötzlich einige Gramm mehr auf der Waage sehen, der Bauch plötzlich komische Rundungen zeigt und der Hunger auf diese speziellen Lebensmittel ungeahnte Kräfte entwickelt.

Slow down!

Es ist alles normal.
Mach Dich nicht abhängig von der Zahl auf der Waage!
Die Grämmchen kommen und gehen auch rasch wieder - immer und immer wieder.
Deine Bauchmuskeln verstecken sich - aber auch sie zegen sich nach einer Weile wieder. Versprochen!
Und wenn Du Hunger auf Schokolade und Co. hast, dann gönn sie Dir - OHNE ein schlechtes Gewissen, denn das macht den Effekt kaputt!

Hormone sind gewaltige kleine Kreaturen, die sehr viel darüber bestimmen, wie wir uns fühlen und aussehen.
Wir können in einem begrenzten Umfang dafür sorgen, dass wir harmonisch mit ihnen klar kommen:
viel schlafen, Ruhezeiten einhalten, nicht übermäßig Cardio in den Tag hauen, ausgewogen ernähren etc.
Doch selbst dann kann es sein, dass sie Dich monatlich von den Füßen hauen.
So ergeht es mir und vielen anderen auch.
Wie stark ausgeprägt das passiert, liegt auch am Streß, dem ich ausgesetzt bin:
Weniger Streß = weniger Zombie-Power.
Mehr Streß = heftiger Zombie-Terror.

Und auch das kann man nicht immer beeinflussen. Es gibt nun mal auch stressige Zeiten mit Prüfungen oder familiären Dingen, denen man sich nicht entziehen kann.
Stress Dich dann nicht noch zusätzlich, indem Du Panik schiebst wegen der körperlichen und auch seelischen Veränderungen.

Cool down.

Mir helfen immer meine Spaziergänge mit meinen Hunden.
Das klärt den Kopf und führt auch dazu, dass der aufgeblähte Bauch nachgibt.
Dieses Walken rate ich jeder Lady, denn es ist eine Form des Cardiotrainings, das wirklich Sinn macht und Deinem Körper Erleichterung bringt.
So setzt Du den Stoffwechsel leicht in Gang, was dazu führt, dass das im Körper gespeicherte Wasser "abgebaut" werden kann (im Schongang) und Du Dich insgesamt wohler fühlst.
Du darfst dafür gern 1 Stunde locker durch die Botanik flanieren.
Genieß es.

Und danach darfst Du Schokolade essen - wenn Dir danach ist :-)

Sei lieb zu Deinem Körper.

Viel zu viele Ladys verteufeln ihn, unterdrücken ihn, verstecken ihn.
Sie glauben den Lügen, die in den Medien verbreitet werden.
Sie vergleichen sich unermüdlich und fühlen sich mies und mieser.

Dabei sind wir alle gleich!
Alle!

Wir sind lediglich Ladys, die NICHT mit einem Weichzeichner nachgemalt werden.
Wir sind "real".
Und auch die hinter / unter dem Weichzeichner sind wie wir und schlagen sich mit den gleichen Problemen herum.
Du siehst es nur nicht.

Daher:

Genieß jede Phase MIT Deinem Körper zusammen.
Ist nicht immer leicht, ich weiß.

Aber sobald Du Dein Inneres aufräumst und Deinem Körper Platz bietest, damit er Dir zeigen kann, was er braucht und was nicht, wirst Du erkennen, wie wertvoll er ist......wie schön es ist, ihn formen zu können und wie gut es sich anfühlt, ihn als Freund zu sehen, nicht als Feind.

Für viele Ladys ein harter Weg.
Aber lohnenswert.

Und in meinem LMU-Camp bekommst Du alles von mir gestellt, damit Du diesen Weg sicher und mit Spaß in den Backen gehen kannst.

Ich freue mich sehr darauf.

Doch bis dahin:

Stell Dich gut mit Deinem Zombie, denn er kommt immer wieder ;-)








Donnerstag, 21. April 2016

The new kind of cardio


Ich habe echte Frauenprobleme!

Wozu der Blog, wenn ich solche nicht hier mit euch teilen und bequatschen kann?!

Ladys - das große Problem lautet: HAARE!

Aaaaaaaarrrrgghhhhh!!!

Kennt ihr das?
Alles ist gut, und dann stehst Du auf und denkst Dir: was ist denn das für ein Salat auf Deinem Schädel?
Das muss anders..
Egal wie - aber anders.

Neue Farbe?    Nö.
Neuer Schnitt?   Yesssss.

Aber wie? Und was?

Und dann geht´s los: Das Internet wird akribisch untersucht und durchwühlt nach dem ultimativen Schnitt, nach dem ich schon mein ganzes Leben lang gesucht habe!

Wie bescheuert das ist, weiß ich.

Ich mache trotzdem weiter.

Ich glaube, in solchen Phasen knallen irgendwelche Dichtungen durch bei uns Ladys (zumindest ist es bei mir so).

Was ich so lustig finde: Im Netz finde ich tolle Frisuren.

Alle TOP gestylt!

Und dann denke ich daran, wie es bei mir aussehen würde:

Täglich raus mit den Hunden - bei jedem Wetter!

Regnet es draußen, haben meine Haare plötzlich ein Eigenleben.

Dann Kapuze auf den Kopf......ich bin aus dem Alter raus, in dem Schönheit vor Praktikabilität steht. Danach sind die Haare platt.
Aufschütteln und das Beste hoffen - so schaut es bei mir aus.

Dann täglich Training.

Ich bin eine von denen, die schwitzen.
Frisur?
Finde ich nach dem Training keine.
Es ist ein Zustand, den ich zähneknirschend akzeptiert habe.

Täglich waschen? Ist nicht. Macht meine Haare kaputt.
Also eisern durchhalten.

Und ich schlafe zwischendurch auch!
Je nach Traum liegen meine Haare brav nebeneinander oder sträuben sich vor der Realität.

Ein zusätzliches Problem:
Ich bin keine von den Tussis, die morgens über eine Stunde an ihrem Outfit basteln.
Mir ist mein Frühstück wichtiger als ein gelecktes Äußeres (das eh nach 1 Stunde hinüber ist...siehe oben).
Klar will ich chic aussehen, aber eben auch schnell aus dem Bad raus sein.

Seufz.

Blätter weiter im Netz.

Die haben alle tolle Haare.....voll und mit leichten Wellen.....

Ich habe Marke Spaghetti. In blond.

Und kann mir mal jemand sagen, welche Gesichtsform ich habe?

Ich recherchiere weiter........

Rund? Nö.
Lang? Vielleicht.
Eckig und kantig - yes.
Oder oval mit einer Ecke drin?
Oder herzförmig mit einem Knick?

Hä?

Ich würde mich eher in Richtung Figur aus Addams Family einordnen: kantig mit einem grimmigen Gesichtsausdruck (für den ich echt nix kann! Ich danke meinem Papa dafür).

Und nu?

Also bräuchte ich einen femininen Touch.....so mit leichten Wellen, die das Gesicht umschmeicheln. Aber wo herbekommen?
Wenn ich sie brauche, verpieseln sie sich.

Blätter weiter.....

Ich hatte schon alles: ultra kurz und ultra blond, halblang, sehr lang, blond, schwarz, rot, blond (ich bleibe jetzt bei blond).

Ich hab das Gefühl, dass jeder seine Frisur findet - nur ich nicht.

Frust.

Ihr könnt mich mal, ihr doofen Models! Ich mach mir einen Zopf und gut!

In mir grummelt es.

Ich will aber eine Veränderung!

Es wird Sommer und ich will etwas anderes haben.

Das wird lustig, wenn mein Meister heute die Schere klappern lässt.

Irgendwie ist das ja schon eine Form des Cardiotrainings....so ein Friseurtermin.....wenn man ohne Plan, aber mit großen Erwartungen an den Start geht......finde ich.

Kürzer, struwwelig, feminin, sexy, sportlich, easy, zu mir passend - ja ist das denn zu viel verlangt?

Ich muss grinsen.

Wir Ladys haben es nicht leicht.

Das sind schwere Probleme, die ein Mann gar nicht kennen kann!

Oftmals ist es auch so, dass Ladys so einen Wandel aus ganz anderen Gründen wünschen.
Da liegt etwas vergraben....

Was es bei mir ist?

Keine Ahnung!

Vielleicht finde ich es heraus, wenn meine Haare ab sind!

Vielleicht verbuddel ich mich danach aber auch für ein halbes Jahr :D

Wie auch immes es enden wird.......mein heutiges Cardiotraining ist gesichert.

Und ich bin gespannt, wie das Ergebnis aussehen wird :-)

In diesem Sinne:

Get ready for a change :-)


Mittwoch, 13. April 2016

The Cage


Fitness.
Schlank sein.
Dem Ideal entsprechen.
Dem Freund gefallen.
Besser sein.
Hübscher werden.
Im Sommer eine Traumfigur zeigen können.

Hungern.
Sich selbst hassen.
Andere immer besser finden.
Disziplin.
Hochgefühl nach dem Hungern.
Kontrolle.
Tägliches Wiegen.
Selbstzweifel.
Qual.

Die Worte und Gefühle, die mir zu diesem Thema einfallen, sind endlos.

Eßstörungen.

Seitdem ich Coach bin, werde ich regelmäßig mit diesem Thema konfrontiert, denn ich bin Ansprechpartner und Bezugsperson. Und es macht mich stolz, dass die Mädels sich trauen zu reden.....dass sie sich mir anvertrauen.
Denn ich weiß, wie schwer es ist, in dieser stillen qualvollen Welt zu leben. Allein.

Ich habe ein sehr gutes Gespür für Menschen. Meine Alarmglocken sind immer auf Hochglanz poliert. Und gerade bei diesem Thema sind meine Sensoren sehr fein gestellt.

Die Rutschpartie von "Diät" zu einer Eßstörung ist schnell gemacht.
Ich habe es bei so vielen Mädels erlebt.
Und die Geschichten, die mir erzählt werden, nehmen kein Ende.
Und jede davon berührt mich zutiefst.

Ich weiß sehr genau, was ihr da durchmacht.

Ich selbst war über Jahre keine "normale Esserin", obwohl ich mir das immer selbst einreden wolte - und meiner Umwelt auch.
Im Bescheißen (sorry, aber so ist das doch!) sind wir absolute Trendsetter! Und wir machen das so perfekt, dass wir uns selbst irgendwann glauben.

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann genau das bei mir anfing.
Ich glaube, gestört war ich schon immer :-)
Aber die Basis für jede Eßstörung ist meiner Meinung nach ein sehr poröses Selbstvertrauen.

Ich hatte davon nicht viel.

Ich fand andere Mächen immer hübscher. Ich fand mich doof. Nichtssagend.
Dazu kam der Druck auf dem Gymnasium.

Ich habe den Schritt von der Realschule auf das Gymnasium gewagt. Potential war mehr als genug da. Aber ich war immer mega schüchtern. Und da die mündliche Beteiligung eine große Rolle spielte, sah man mich eher in der Realschule, als auf dem Gymnasium.

Doch nach der 10 wollte ich es mir selbst beweisen.

Hab ich auch. Und es war gut und richtig.

Aber vor Selbstvertrauen strotzte ich immer noch nicht. Trotz gutem Abi.

Alles, was von Außen kommt, macht Dich nicht nachhaltig stark.
Du musst im Inneren wachsen. 

Aber das war mir lange Zeit nicht klar.

Der Vergleich mit anderen trieb mich in eine sehr kranke Ecke.
Noch krasser wurde es, als ich mit dem Training anfing. Und mit Wettkämpfen.

Du willst gut sein - nein! Du willst besser sein! 
Ich schaute mich um und wollte genau das - und noch mehr - was die Mädels auf der Bühne hatten:
ein strahlendes Lächeln, einen durchtrainierten Körper, Selbstvertrauen, Lob und Anerkennung.....

Eine gute Eigenschaft von mir ist meine Disziplin.
Wenn ich etwas will, dann arbeite ich dafür bis zum Umfallen.

Diese gute Eigenschaft wurde mir damals zum Verhängnis.
Denn ich arbeitete die ganze Zeit gegen mich.

Scheinbar versuchte ich, mich selbst zu bekämpfen.....dieses schwache Mädchen aus meinem Körper zu verbannen. Mit Training und Hungern.

Und bevor ich mich versah, war ich mittendrin in einer gut ausgebildeten Eßstörung (wenn ich was mache, dann immer richtig!).

Tägliches Wiegen (manchmal mehrmals täglich), der kritische, selbstverachtende Blick in den Spiegel, das Gefühl danach, nur noch mehr hungern zu müssen, um sich endlich schön zu fühlen, der Triumph über den Hunger................diese kranken Handlungen und Gedanken hatten mich voll im Griff.

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich umgefallen bin (meine arme Mutti hat mich oft genug aufgefangen). Meine Freundin und meine Mama haben mich so oft ins Gebet genommen. Dann habe ich versprochen, dass ich wieder normal essen werde. 

Das hielt ungefähr 1 Tag.

Ich hab das nicht ausgehalten.

Ich habe halbherzig versucht, eine kleine Portion zu essen. 
Danach habe ich mich grausam gefühlt. Ich stand vor dem Spiegel und habe meinen Bauch angesehen. Er war nicht mehr flach! Panik!!! "Ich werde nie wieder was essen!!! Wie sehe ich denn aus, wenn ich normal esse??? Mein Körper ist vielleicht anders und braucht einfach weniger. Ich merke, wie das Fett sich in meinem Körper sammelt, wenn ich was esse!"

Schräge Gedanken.
Ich war gefangen.

Eßstörungen sind widerlich.
Sie kleben an Dir. Sie kontrollieren Dich. Sie machen Dir vor, dass Du unglaublich stark bist, dass Du eine toughe Person bist - weil Du es aushältst und nicht so erbärmlich schwach bist wie die anderen, die sich mit Pommes und Burgern durchfressen.
Eßstörungen bestimmen Dein ganzes Leben.
Und das derer, die Dich lieben.

Ich hab immer gedacht, wenn ich mein Ziel erreiche, dann wird es besser. 
Dann kann ich normal leben.

Aber bei der Eßstörung gibt es kein wirkliches Ziel.
Das Ziel ist "Immer weniger".
Also bleibst Du immer ein Looser, denn weniger geht immer.
Du erreichst NIE ein Ziel.

Auch nicht, wenn Du dann erfolgreich bist.
Wenn Du einen Freund hast, der Dich liebt - und Dir helfen will.
Dann wird dieser Freund zu einer Störquelle, denn er lässt Dir weniger Freiraum für Deine Störung.
Letztendlich ist die Eßstörung Dein Freund, Deine Familie.
Mehr Platz gibt es in Deinem Leben nicht.

Die innere Einsamkeit und die Eßstörung begleiteten mich loyal Tag für Tag.

Und es hilft auch nicht, wenn Dir jemand sagt, wie toll Du aussiehst.....und dass Du bitte ein wenig mehr essen solltest.

Ich habe mein verzerrtes Selbstbild im Spiegel gesehen.......häßlich! Ich habe nicht verstehen können, was die anderen meinten.

Und Du wirst kreativ, wenn es um Ausreden geht, warum Du nicht essen kannst.

Ich glaube, ich war damals in einer meiner kreativsten Phasen überhaupt! 

Ich versteckte das gemachte Frühstück, um es dann sicher zu entsorgen und hatte noch zig Tricks auf Lager, mit denen ich meine Umwelt zum Schweigen brachte. 

Die hatten doch eh keine Ahnung! Ich brauchte keine schlauen Reden.
Ich brauchte nur meine Eßstörung.
Wir beide waren dicke (oder eher dünne)!
Das beste Team ever!

Die Welt verstand mich nicht.
Und solange das so ist und Du nicht merkst, wie weit weg von Deinem eigentlichen Ideal Du bist, so lange wirst Du in diesem selbstzerstörerischen Käfig verweilen.

Ich war so schizophren, dass ich mir Bücher über Magersucht kaufte und las.
Ich glaube, ich wollte auch damit meine Umwelt beruhigen.....frei nach dem Motto: sie versucht es ja.

Vielleicht wollte ich mich auch selbst verstehen.
Es gelang irgendwie nicht wirklich.

So ging das über Jahre.

Es ist erstaunlich, was der menschliche Körper alles so aushalten kann.

Ich machte eine medizinische Ausbildung und lernte vieles über den menschlichen Körper, Ernährung etc.
Ich machte Ausbildungen im Bereich Sportlerernährung.
Ich war sehr klug und intelligent.
Und gleichzeitig so dämlich wie eine Stange Sellerie (Sellerie ist wahrscheinlich noch cleverer!), denn nichts davon konnte ich für mich anwenden.

Diese häßliche Fratze namens Eßstörung lachte mich aus, spuckte mir angewidert ins Gesicht und zeigte mir, wie erbärmlich ich war.

Und ich senkte den Kopf und gab ihrem Druck nach, jetzt doch nicht aufzuhören mit dem Hungern. Ist doch grad so nett.

Das Training habe ich über all die Jahre durchgezogen. Ich bin ein Fighter (Applaus-Applaus). 

Ich habe das durch, was viele Mädels so machen: Cardio bis zum Umfallen. Und wenn ich etwas gegessen hatte - noch mehr Cardio.

Wann kam der Zeitpunkt, an dem sich mein Leben wandelte?

Spät.

Ich glaube, ich hatte irgendwann Fotos von mir gesehen.....im Sommer......im Shirt.
Und ich habe meine Arme gesehen.
Und den dünnen Hals.
Und nix passte mehr zu dem dicken Kopf dazu!

Ich hatte einen Schrecken bekommen, denn so wollte ich nicht aussehen!!!!

Ich nahm mir meine Vorblder aus der Fitness-Branche vor und verglich sie mit meinem Foto.

WTF!!!! 

Sie waren schlank - ich mager.
Sie hatten volle Muskeln - ich hatte nur Sehnen (trotz Training!).
Sie hatten Hüfte - ich hatte Knochen.
Sie hatten Po - ich hatte Wüste!

Ich glaube, dies war der Moment, der meine innere Ausrichtung korrigierte.
Zumindest hatte ich da einen wirklich hellen Moment.
Und den verfolgte ich.

Ich wusste genau, dass ich den kommenden Weg niemals alleine schaffen würde.
Also suchte ich einen Coach.

Ich fand einen weiblichen Coach, der mir einen Trainingsplan und einen Ernährungsplan erstellte.

Und ich hatte gruselige Angst.

Das Training war hart, aber das liebte ich.
Aber ich sollte essen.
Regelmäßig.
Täglich.

Ich lag vorher oftmals bei 1000 Kalorien täglich.
Mein Coach erhöhte sofort auf 1300 Kalorien.
Das ist eigentlich die Menge, die ich zum reinen Überleben brauchte - ohne Training.
Dennoch erschien es mir so viel.

Und ich hatte Angst.

Ich sprach mit ihr darüber.
Sie hielt sich kurz und klar und versprach mir, dass ich meinem Körper endlich das geben würde, was er brauchte, um fit und sexy zu werden - und dass meine Jeans dann viel besser passen würden.

Ich hatte damals intuitiv den richtigen Coach gewählt, denn ich vertraute ihr. Einfach so.
Sie diskutierte nicht mit mir.
Sie sagte an.
Und also sprang ich - rein ins kalte Wasser.

Niemand glaubte mir, dass ich das schaffen würde.

Aber ich tat es.

Und wisst ihr, was das Bekloppte daran war?

Es war noch nicht mal schwer, denn ich legte mein Ich quasi in die Hände des Coaches - und hatte somit der Eßstörung die Kontrolle über mich entzogen.

Natürlich gabe es gruselige Momente, in denen ich alles anzweifelte.
Aber ich sah, dass mein Körper sich positiv veränderte.

Ich war skinny fat - jetzt schmolzen die Fettreserven und eine schöne Muskelschicht zierte meinen Körper.

Ich fühlte mich immer besser. Ich wurde stärker. Ich musste nicht ständig frieren. Und ich liebte mein Frühstück. Und ich genoss es, dass ich die Erlaubnis erhielt, weitere Mahlzeiten zu essen, denn das Wort des Coaches wog mehr als alles andere.

Ich war ausgeglichener und meine Hormone machten keine Achterbahnfahrten mehr.

Das alles brauchte Zeit.
Aber diese innere Kehrtwende ging bei mir sehr schnell.

Man sagt manchmal, dass ein innerer Schalter sich umstellen muss, damit man neu beginnen kann.
So ein Schalter stellt sich ja nun mal auch nicht in Zeitlupe um.
Es geht schnell.
Danach muss der Kopf lediglich die Richtung beibehalten.
Dann läuft´s.

Ich erzähle hier meine kleine Geschichte, damit ihr wisst, warum ich so oft auf Facebook etc. über Magerwahn poste.....oder über Pizza und andere Kohlis......über Schokolade und das gesunde Genießen.
Weil ich weiß, wie es nicht geht!
Und weil ich auch weiß, wie es geht!

Niemand muss mir was darüber erzählen, wie gesund es ist, mit wenig durch die Botanik zu rennen!
Niemand muss mich darüber belehren, dass Kohlenhydrate dort und da ungesund sind und am besten ganz aus dem Plan gestrichen werden sollten!
Niemand muss an mich herantreten und mich mit Broscience zutexten, nur weil man da eine Studie gelesen, dort ein Semester studiert oder nebenbei an einer Studie teilgenommen hat!
Ich bin belesen genug und lerne ständig weiter auf diesem Gebiet, um diese Teilwisser zu erkennen!
UND: ich habe selbst genug erlebt, um mein erlerntes Wissen mit meiner Erfahrung auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Ich verstehe jede Lady, die an sich zweifelt.
Ich haue sofort diplomatisch mit der Keule, wenn sich auf meiner Seite jemand mit abfälligen Kommis und Halbwissen, das gefährlich ist, ausbreitet und damit für Unsicherheit sorgt.
Zweifel sind schnell gesät.

Ich kämpfe um jede Lady.....für jede Lady.

Es macht mich traurig, wenn ich sehe, wie sehr immer noch an dem Glauben gehaftet wird, dass Männer lieber Magermodels lieben, als kernige Frauen, mit denen man auch mal raufen kann.
Hast Du einen solchen Typen neben Dir, ist das in meinen Augen kein Mann, sondern ein kleiner Junge der noch viel lernen muss.
Ich stehe auf Gentlemen, mit denen ich lachend eine Pizza essen kann und die mir nicht sagen, dass meine Oberschenkel zu dick sind, sondern endlich gut trainiert! 

Die Menschen in Deinem Leben sollten Dich stärken, nicht schwächen!
Hast Du jemanden, der Dich permanent kritisiert, dann lade ihn aus.
Davon gibt es an jeder Straßenecke welche.

Hast Du jemanden, der Dich darin unterstützt, ein gesundes und fittes Leben zu führen, dann schätze diese Person. Sie ist unbezahlbar.

Ich habe gelernt, um mich zu kämpfen. 
Heute gehe ich Hand in Hand mit mir spazieren......ok - manchmal kann ich mich auch nicht leiden, aber das ist völlig ok und normal.
Aber das macht sich nicht mehr in meinem Eßverhalten bemerkbar.
Dafür liebe ich das Essen viel zu sehr!
Ich habe die Liebe zum Essen gelernt.
Daher ist es mir so unsagbar wichtig, meinen Ladys ein gesundes Verhältnis zum Thema Ernährung mitzugeben.
Es ist ein Lernprozess, der durch ein gesundes Grundwissen genährt wird.

Deshalb arbeite ich an meinem LMU-Camp.
Um die Freude am Essen zu wecken.
Um Wissen weiterzugeben.
Um Sicherheit zu bieten.
Um Fitness nicht mit Hungern und Verzicht in Verbindung zu bringen, sondern mit einem gut gefüllten Teller und Schweißperlen auf der Stirn.

Um Dir eine Hand zu reichen.

Denn auch Du kannst raus aus dieser qualvollen Welt.

Du bist nicht allein.


.......to be continued.



Freitag, 1. April 2016

The real me


Man kann es nicht jedem recht machen.
Ich weiß das.
Trotzdem versuche ich im sozialen Netz Dinge zu berühren, die euch zum Schmunzeln bringen, die euch dazu einladen, manches aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Nicht immer hat es unmittelbar etwas mit Sport zu tun.
Aber immer mit mir, denn hier zeigt sich meine Art des Humors.
So lernt ihr mich kennen.

Manchmal sind es schnelle Posts, die zeigen, was ich esse oder trinke.
Oft sind es Sprüche, die mir gefallen (manchmal sogar meine eigenen = YAY!).
Häufig seht ihr Körperausschnitte, die, sofern es nicht ganz deutlich zu sehen ist, meine eigenen Quadratzentimeter darstellen.

So gut wie nie poste ich ein typisches Bodybuilding-Poser-Foto, auf dem alles von mir zu sehen ist.
Auch das sagt einiges über mich aus.
Wenn man sich die Mühe macht, mal ein wenig darüber nachzudenken.

Aber ich muss erkennen, dass das zu viel verlangt ist, denn das WWW ist eine schnelllebige Welt, in der in Sekundenschnelle geblättert und geurteilt wird.

In einer Blinzelsekunde entschiedet da jemand über Dich:

Gut - schlecht
Interessant - langweilig
Sexy - hässlich
Zu fett - zu dünn
Zu viel Muskeln für eine Lady - noch nie im Gym gewesen
Zu dickes Gesicht - zu lange Füße
Zu dicker Po - zu wenig Bauch
Zu jung - zu alt
Zu blond - zu düster

Schnell ist ein Wort geschrieben, ins Netz gestellt. Der Schreiberling fühlt sich vielleicht noch cool dabei, wie lässig er das so hinrotzt.

Es ist erstaunlich, wie die Reaktionen ausfallen, wenn ich solche Aussagen kommentiere....wenn ich darauf antworte.

Nur weil meine Seite anders aussieht (eben KEINE 10000 Bilder von mir, wie ich T-Shirt und Brust anhebe, um mein Sixpack zu zeigen oder meinen Biceps anspanne und ihn aus allen Blickwinkeln fotografiere - oder diese "Schau mal-ich hab tatsächlich einen kleinen Po und den streck ich Dir jetzt mal hin"-Pose zeige) heißt es doch noch lange nicht, dass kein realer Mensch hinter Level me up steht.
LMU ist mein Baby und ich verfolge sehr genau, was auf meinen Seiten passiert - und ich reagiere auch darauf. 

Und auf meiner Seite wimmelt es von Fotos von mir.
Und auch Videos sind darauf zu finden.
Wer also will, der entdeckt den Menschen, der dahinter steckt.

Ich habe mir heute, nachdem ich wieder so einen wahnsinnig herzlichen Kommentar lesen durfte, überlegt, was ihr eigentlich möchtet.

Wollt ihr echt noch eine Seite mit einer Lady in den typischen Posen - tagein tagaus?
Müsst ihr meine Muskeldefinitionen sehen, um daraus den Schluss ziehen zu können, dass ich tatsächlich was mit Fitness zu tun habe?

Ich sperre mich total dagegen, weil ich dann tatsächlich mit dem Strom schwimme, dem Mainstream folge, ihn bediene. 

Und ganz ehrlich: gerade WEIL ich aus der Fitness-Branche komme und viel davon mitbekomme, empfinde ich die meisten Pics als so langweilig, weil sie geradezu identlisch sind.

Gar keine Frage: es gibt wunderwunderschöne Ladys, die ich sehr bewunder. 
Deren Fotos sind ein Genuss für meine müden Augen.

Ich mag beispielsweise aber auch Käsekuchen.
Aber wenn ich täglich 3 Käsekuchen bekäme, die identisch sind in Form und Geschmack, dann wäre das irgendwann auch zu viel. Und die Freude ginge flöten. Ich wäre gesättigt.

So empfinde ich das derzeit mit den Fitness-Models: es gibt eine Unzahl wunderschöner, aber ein Mangel an außergewöhnlichen.

Es verkauft sich nun mal gut, wenn man knapp bekleidet um sein Leben post - ich weiß das.
Aber ich habe mich im Vorfeld, bevor ich mit LMU anfing, gefragt: 

"Was willst Du?"

Die Antwort war:

"Ich will den Ladys Fitness nahe bringen. Ich möchte ihnen zeigen, dass man essen muss, um schlank zu werden. Ich möchte ihnen als Motivator dienen, damit sie Spaß am Sport entwickeln. Ich möchte sie coachen. Ich möchte, dass sie von mir lernen"

Die Antwort lautete nicht:

"Ich will ihnen durch meinen Körper zeigen, wie toll man aussehen kann, wenn man fit ist. Ich will ihnen täglich präsentieren, was ich alles kann und wie stark ich bin."

Bei manchen Fotos, die ich so sehe, muss ich mich vergewissern, dass ich auf keiner Porno-Seite gelandet bin.
Sport hat durchaus mit Haut zu tun.
Aber bei manchen Shootings hat man in meinen Augen das Thema verfehlt.....nun ja: not my business :-)

Wie auch immer.....

Nochmals für alle zum Verständnis:

Level me up - das bin ich: Anne, weiblich.
Seit 20 Jahren in der Fitness-Branche.
Lebending.
Aufmerksam.
Mit Kopf auf die Welt gekommen, obwohl ich ihn selten zeige.
Fitness-Coach.
Derzeit in der Vorbereitung auf ein Foto-Shooting, das heißt:
Ich bin bissig und unberechenbar, weil ich auf einer strikten Diät bin, um meinen Körper zu shredden! (Ich muss dafür noch ein Schild basteln und es mir um den Hals hängen :-D).

Und das ist nicht lustig, wenn man mir in solchen Phasen schräg kommt, das will ich hier mal zugeben ;-)

Ich halte nix vom Hungern, aber ein solches Shooting ist nun mal wichtig. Und dann muss man da durch. Die Tage sind hart, das Training ist härter, das Essen wird anders und weniger.....man wird empfindsamer.
Also VORSICHT im Gebrauch derzeit :-D

Ich freue mich auf das Shooting, soll es doch anders werden.......
Und wenn es mir in den Sinn kommt, werde ich vielleicht auch diese Fotos posten.
Vieleicht sogar mit meinem Kopf - YAY!!!

Spätestens dann wird man vielleicht sehen:
Hey - Level me up ist dieser irrer weibliche Fitness-Freak mit den 3 Hühnermuskeln.

Mir würde das reichen.

Strike! :-D

Dienstag, 16. Februar 2016

Endless Dreamer


"Hör nicht auf zu träumen!"
Seine Worte begleiten mich.
Immer noch.
Wie seltsam es ist, dass ein Satz, 5 simple Worte, so viel in mir auslösen können.
Wie tief sie in meine Seele sinken können.

Ich habe nie aufgehört zu träumen.
Aber ich habe aufgehört, meine Träume zu teilen.

Meine Träume sind mein Strauß von bunten Luftballons, den ich in meiner Hand halte und der meinen Gang plötzlich leicht und federnd werden lässt.

"Don´t stop dreaming" hört und liest man so oft. Und das bezieht sich zumeist auf Pläne und Visionen, die Du für Deine Zukunft hast......ob das jetzt ein Haus am Meer ist oder der muskulöse Körper.
Und das ist gut und richtig, denn so erschaffst Du Dir ein Bild, dem Du motiviert folgen kannst.

Aber Träume müssen nicht immer in Erfüllung gehen, damit man sie träumen darf.

Ich weiß, dass ich viele Träume habe, die sich nie in meinem Leben finden werden.

Aber ist es nicht toll, einfach mal herumzuspinnen?

Ich brauche das.

Ich schalte dann die Realität mit ihrer Härte aus und erträume mir mein Ideal.

Und ich bin nicht traurig oder enttäuscht, wenn ich die Augen wieder öffne, denn ich weiß, dass nicht jeder die Regie meines Traumes übernehmen möchte - nicht jeder möchte eine Hauptrolle darin spielen.

Nennt man das vielleicht einen realistischen Träumer?
Maybe.

Träume sind wie eine Kuscheldecke, die sanft die Wunden des Lebens verdeckt,.....damit sie langsam heilen können.

Ich glaube, ohne meine Träume wäre ich kein guter Mensch.

Vielleicht sind die kreativen Menschen die größten Träumer.

Nur so konnte ich Geschichten schreiben.
Nur so konnte ich auf Seminaren oder Lesungen die Menschen in meine Welten führen.......indem ich Worte gebrauchte, aus denen Bilder entstanden.
Der Verstand hatte Pause - der Träumer wurde geweckt.

Als Kind brauchte ich meine Träume, um mich lebendiger zu fühlen.
Ich war ein sehr stilles und schüchternes Mädchen.
In meinen Träumen aber war ich extrem cool drauf :-D
Das half mir.

Stück für Stück setzte ich diesen Traum in die Realität um...unbewusst, wie ich meine.
Ich bin zwar nicht die coolste Lady on earth, aber ich habe eine große Klappe, die viele durchaus schätzen.
Traum erfüllt - check!

Ich träumte immer davon, einen Hund zu haben.
Als ich Kind war, haben meine Eltern mir dies nicht erlaubt.
Heute habe ich 3 Hunde und einen schwarzen Kamikaze-Kater.
Traum doppelt und dreifach erfüllt - check!

Ich wollte immer irgendwie auf die Bühne....
Ich tanze für mein Leben gern. Aber dafür war ich zu schissig, als dass ich das beruflich in die Realität umgesetzt hätte.
Aber ich habe mit grandiosen Tänzern die Bühne rocken dürfen, die mir alle ein großes Talent bescheinigt haben.
Für mich: Traum erfüllt: check!

Auf der Bühne und im Rampenlicht stand ich dennoch: Als Trainerin und Wettkämpferin.
Und das war meine absolute Erfüllung.

Also: Traum sowas von erfüllt: check!

Ich träume davon, irgendwo ganz abgelegen auf einem Hof zu leben........mit Tieren, die meine Hilfe benötigen.
Kann ich mir abschminken - die Taler fehlen.
Trotzdem bleibt der Traum.

Ich habe davon geträumt, mit Mitte/Ende 20 Kinder zu haben. Zwei Prachtkerlchen, die "Mama" zu mir sagen.
Dieser Traum ist ausgeträumt.
Und das schmerzt manchmal sehr, da mache ich mir nichts vor.
Doch so ein geplatzter Traum hat mich nicht mutlos werden lassen.
Ich habe nach anderen Wegen gesucht, die mich glücklich machen - und das ist ganz sicher mein Trainerdasein.
Hier werde ich von meinen Kunden zwar nicht "Mami" genannt, dafür aber "Oberelch". Und das ist für mich fast dasselbe :-)

Ich habe noch viele andere Träume......vom Meer und Strand.....vom Schreiben an einem neuen Buch (oder Blog) auf einer verträumten Terrasse.....mit einem milden Wind und dem Gesang der Wellen in meinem Ohr.......von meiner Hündin Peanut, die auf´s Wort auf mich hört........von einem Urlaub an der See mit meinen Oldies, damit sie das Meeressalz nochmals auf ihren Lippen schmecken können und ein Stück vom Glück mit nach Hause nehmen........von dem Gefühl von Freiheit und Unendlichkeit........von einer Welt, in der meine geliebten tierischen Freunde ohne Leid leben können..............von der genialen Erfindung eines Mittels, das Krebs heilt..................von mir, wie ich irgendwann mit einem zufriedenen Blick saftig ins Gras beisse und sagen kann:
"Ich lebte nicht alle Träume. Aber ich träumte mein Leben." (ein wenig Drama muss schon sein).

Träume können so unterschiedlich sein!
Und doch ist jeder davon wichtig.

Ich glaube fast, ich sammel Träume, wie andere Schuhe oder Taschen.
Das ist mein Luxus, mit dem es mir sehr gut geht.

Ich war schon immer so.
Ich bleibe so.

Manche wollen mich vor Verletzungen und Enttäuschungen bewahren und mahnen mich, diese Spinnereien ad acta zu legen.
Sie verstehen nicht, dass ich sehr wohl zu differenzieren weiß.
Sie wissen nicht, dass man mir meine Lebensgrundlage nehmen würde, wäre das Träumen und Spinnen nicht.

Ich wäre nicht hier, ohne meine inneren Geschichten.
Denn sie treiben mich.
Sie beflügeln mich.
Sie heilen und tragen mich.
Sie motivieren mich zu wagen.
Sie sind so viel von mir, dass ich nicht ich wäre ohne sie.

Und doch passiert es ab und zu, dass ich von meinen Träumereien abgetrieben werde.
Der Wellengang des Lebens ist manchmal sehr rau. Dann bin ich zu müde zum Träumen.
Manchmal fühle ich mich allein mit dieser "Macke".
Wie schön ist es dann, wenn man auf Menschen treffen darf, die Dich mit einem Satz, mit 5 simplen Worten, wieder erinnern.......

"Hör nicht auf zu träumen!"

Danke.

Und ich schließe die Augen und sehe Geschichten, die mein Herz rühren.
Und irgendwann werde ich sie leben.......vielleicht ;-)

Vergiß das Träumen nicht.
Die Welt braucht mehr davon......





Mittwoch, 10. Februar 2016

The real me....


"Du hast einen schönen Schreibstil. Auch Deinen Blog verfolge ich sehr gern", hörte ich sie sagen.

Ich schmunzelte. Ich freute mich. In solchen Momenten sind meine Lippen zusammengeklebt, weil ich nicht weiß, wie ich mit so lieben Worten umgehen soll.
Also nuschelte ich mir was zurecht, senkte den Blick und freute mich still.

Dieses Kompliment berührte mich ganz besonders.
Und ließ mich nachdenklich zurück.

Schreiben ist etwas ganz anderes, als Trainingspläne erstellen oder das Coachen einer "wilden" Fitness-Freak-Gang.

Ich liebe meinen Job als Trainerin. Und auch hier lasse ich meinen Stil und mein Herz mit einfließen. Aber ich erfinde keine neuen Übungen, habe das Joggen nicht entwickelt - alles ist bereits auf der Welt.....und ich setze es mit Freuden zusammen, um meine Leute auf Trab zu halten.

Beim Schreiben aber gebe ich jedem Wort ein Stück meiner Seele mit.
Jeder Satz scheint wie neu entdeckt, weil er mir gehört, mich vielleicht auch zeigt.

Da gibt es Welten, die nur ich bereist habe - und die ich mit dem Leser teilen möchte.
Sorgsam achte ich auf jede Silbe, auf dass sie dem Leser ein Boot ist, das sie sanft in meine Welten führt.
Darin gehe ich auf. Ich erblühe und merke, wie meine Sprache plötzlich eine ganz andere wird....
Der kleine freaky Poet in mir ist wachgeküßt und freut sich darüber, sich endlich wieder austoben zu dürfen.

Rückblickend kann ich verraten, dass ich all meine Bücher und Artikel unter einem anderen Namen verfasst habe.
Mir wurde von meiner damaligen Verlegerin dazu geraten. Also nahm ich Phantasienamen an und schrieb darunter.

Und ich schrieb aus ganzer Seele.
Weil ich sicher war.
Weil ich mich hinter meinem Phantasienamen verstecken konnte.
So konnte ich auch persönliche Erlebnisse und Herzschmerz einfließen lassen......und darüber verarbeiten.

Schreiben kann eine Therapie sein. Für mich war es das ganz sicher.
Da ich das mit Sport ebenso sehe, bin ich heute volltherapiert - YAY! :-)

Und dann kam da die Idee mit dem Blog.

Ich freute mich tierisch darüber, dass ich auf diesen revolutionären Gedanken gekommen bin, denn so konnte ich wieder schreiben (ich hatte in der letzten Zeit nicht die Ruhe dafür).....und zwar alles, was mich bewegt und treibt, denn das ist ja mein Blog, meine Spielwiese.

Grandios!

Ich war immer noch unglaublich begeistert von mir.
Bis ich dann merkte: die Leute wissen aber, wer ich bin (ich brauche manchmal etwas länger zum schlüssigen Denken)! Manche kennen mich sogar persönlich!

Und dann sitze ich vor einer blanken Seite.
Und jedes Wort bleibt im Hals und in der Fingerspitze hängen.

Wie viel von mir zeige ich?
Wieviel echt sein erlaube ich mir?

Es ist einfach, einen Artikel über Bauchmuskeln oder eine Trainingsmethode zu verfassen. Hier kann ich aus meiner Erfahrung erzählen und mich auf Studien stützen.
Hier fährt mir so schnell keiner an den Karren.

Aber bei diesen Artikeln möchte ich es nicht belassen.
Es gibt so unendlich viele Seiten im Netz, die alle Infos wunderbar zusammengetragen haben - mit Hochglanzbildchen und YouTube-Video inklusive.

Ich beleuchte Bekanntes gern neu und schreibe, mit meinen Erfahrungen vermischt, gern darüber.

Das allein würde mich aber nicht glücklich machen. Dafür braucht die Welt nicht noch einen Blog.

Ich möchte auch andere Seiten aus meinem Leben zeigen.
Und das wird persönlich.
Verstecken ist da nicht mehr.
Und das ist gefährlich.

Ich muss damit rechnen, dass nicht jedem gefällt, was ich schreibe - und wie.
Ich muss Kritik einstecken können.
Und das ist nicht einfach, wenn man etwas von sich hergibt.
Ich bin sensibel und ich weiß, ich werde daran knabbern.
Aber ich werde auch daran wachsen.
Es wird Zeit.....

Mag sein, dass ich bei manchen Themen auf Kopfschütteln stoßen werde.
Auf Unverständnis.
Manches wird überraschen.
Einiges wird befremdlich angesehen.
Aber alles wird zu mir gehören.

Und ich werde versuchen, Dich mit meinen Worten in meine Welt sehen zu lassen.
Vielleicht ziehst Du verschreckt Deinen Kopf wieder ein.
Vielleicht aber werde ich Dich ein wenig verzaubern......Dich nachdenklich machen.....Dich auf andere Denkwege führen.
Es wäre mir ein Fest.

Es ist neu für mich, mit meinem Namen zu schreiben.
Ich muss mich da herantasten, muss Vertrauen fassen.
Vertrauen zu mir.

Die ersten Baby-Schritte sind gemacht.
Und es fühlt sich gut an.

Ich atme tief durch.
Das muss Freiheit sein.

Ich lächel still in mich hinein.

"Ich mag es, wie Du schreibst", höre ich in meinem Kopf.

"Ich auch", flüster ich zurück.

Und sie setzte an zum Flug.......





(Photo: unbekannt)

Donnerstag, 28. Januar 2016

Versuch es mit....: Words


Worte...
....eine Aneinanderkettung wilder Buchstaben, die, sorgsam zusammengefügt, uns ein machtvolles Geschenk sind.
Leider vergessen das viele in der heutigen Zeit.

Worte können magisch sein (Zaubersprüche - ja, ich glaube daran), sie können heilen, beruhigen, streicheln, lieben und hassen....
Worte können ein Versteck für Gefühle sein: ohne es konkret sagen zu müssen, kannst Du jemanden wissen lassen, dass er Dir viel bedeutet.
"Ich denke an Dich."
"Pass auf Dich auf."
"Ich bin für Dich da."
"Ich kann Dich nicht leiden" (meine Art Dich wissen zu lassen, dass Du mir wichtig bist :-) ).

Ich habe keine Ahnung, warum der Großteil der Menschen so verroht ist....warum es cooler ist, "Alter" nach jedem Satz zu setzen, "Danke" oder "Bitte" aber zu vergessen.

Die Welt ist auf einem Egotrip. Man achtet nicht mehr darauf, was man mit den eigenen Worten bei einem anderen Menschen anrichtet. Es geht lediglich darum, seine eigene Haut irgendwie zu schützen, tough zu wirken und den Rest auszublenden.

Ich erlebe das täglich - von Angesicht zu Angesicht, aber auch in Kommentaren unter meinen Posts. Dabei spielt das Alter lustigerweise überhaupt keine Rolle!
Ich hatte 80-Jährige vor mir, die rotzig und unhöflich waren und 16-Jährige, die sich so lieb und feinfühlend benahmen, dass ich sie am liebsten eingepackt und mit nach Hause genommen hätte.
Manchmal meine ich, es liegt am "Futter", dass die einen so, und die anderen anders sind.....
You never know.

Ich gehe sorgfältig mit Worten um. Ich verschenke sie gern.
Und ich merke - das ist der richtige Weg.
Meine Kunden sind oft erstaunt, weil ich mir die Zeit für ein nettes oder hilfreiches Wort nehme (traurig genug!).
Ich werde doch nicht weniger, wenn ich mir eine Sekunde des Nachdenkens für einen anderen Menschen nehme!
Bei manchen habe ich wirklich den Eindruck, sie meinen, ihre Brust schrumpft, wenn sie sich mal einen Augenblick lang nicht um sich selbst kümmern.
Ich hab das an mir nicht feststellen können.
Ganz im Gegenteil: ich wachse dadurch, denn ich erhalte so viel Zuneigung und Dankbarkeit zurück!
Gut, meine Brust ist nun nicht, wie ein Kuchenteig, bis auf Größe XXL aufgegangen......aber gefühlt schon Und nur darauf kommt es an.

Worte sind unsichtbare Hände, die die Seelen vertrauter und fremder Menschen streicheln können.
Worte können in uns einen Lachflash auslösen und unser Herz wie ein Taschentuch zerknüllen.
Worte sind manchmal alles, was wir haben.
Und das könnte reichen.

Worte.....
....eine Aneinanderkettung wilder Buchstaben, die so große Leeren füllen können.
Warum tun wir es nicht einfach?

Ich finde, es ist an der Zeit....

.......für einen Mutausbruch.


 
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